PRESSE

Interview in Domradio Köln 30.09.2017


KÖLNISCHE RUNDSCHAU

Sieben Wege

 

Unterschiedliche Stile bei der Sammelausstellung in der "Rufffactory"

 

von Robert Chernovsky

 

EHRENFELD Nicht nur die Aufzüge, die einst in den Hallen der "Rufffactory" im Hinterhof zwischen Venloer und Marienstraße hergestellt wurden, hatten diese Fähigkeit: Auch die Kunst, die im Rahmen der Sammelausstellung "Sieben Wege nach Ehrenfeld" präsentiert wurde, verfügt über die Fähigkeit, den Blick der Besucher auf eine andere Ebene zu tragen.

So könnten die Stile der Bildhauer Markus Schürmeyer und Georg Krautkrämer gegensätzlicher kaum sein. Krautkrämer wendet sich in seinen Arbeiten von realistischen Formen ab und schwelgt in morbiden, aber harmonisch dahinfließenden Oberflächen.  Sie stehen im krassem, doch nie dissonanten Gegensatz zu den konventionelleren doch nicht minder faszinierenden Steinschalen von Markus Schürmeyer, deren archaische, von Gestein geprägt Oberfläche im Widerspruch mit der vermeintlichen Banalität des Motives steht.

Den Besuchern stand es offen, sich auf Streitgespräche einzulassen oder sich einfach an der Vielfalt kreativen Ausdrucks zu erfreuen. Die Arbeit des in Kabul geborenen Malers Kaikaoss fordern den Betrachter heraus, sich mit einer direkten und zum Teil expliziten Symbolwelt auseinanderzusetzen. So realistisch-filigran seine Technik dabei auch ausfällt, sind die Welten, in denen sich seine Motive dabei verorten, zumeist phantasmagorische Fieberträume. Die Acrylarbeiten von Gerold Rebholz zogen in ihrer rot schimmernden Simplizität die Blicke auf sich und zwangen zu Zweit- und Drittbetrachtungen, in denen die verspielten geometrischen Versuchsanordnungen innerhalb seiner monoton scheinenden Bildwelten in den Vordergrund traten.

Auf 500 Qudratmetern über mehrere Etagen fanden auch neuere Formen des Ausdrucks Platz: Videokünstler Viktor Brim präsentierte im Kellergeschoss Installationen und Kurzfilme, die das vermeintlich Gewohnte den üblichen Blickwinkeln entreißen. Fotogrfien von Sven Lützenkirchen widmen sich dagegen lieber der Dekonstruktion realer Motive.


Auf nach Ehrenfeld

 

AUSSTELLUNG Künstlerische Positionen in alter Industriehalle

 

Von Susanne Kreitz

 

EHRENFELD Der Ausstellungsraum hat Georg Krautkrämer fasziniert. „Wie in einer Kirche" habe er sich in der Rufffactory gefühlt, erzählt der Steinmetz. Und da seine Arbeiten, zumeist Stelen und schleifenartige Objekte, Platz brauchen, hat er die Halle für die Gruppenausstellung am Wochenende für sich reserviert und für den Kollegen Markus Schürmeyer, der Bildhauer fertigt künstlerische Steinschalen.

Den anderen Künstlern bleiben die Wände in dem historischen Industrieambiente der alten Ehrenfelder Aufzugsfabrik. „Der Raum hat eine Aura" und es gibt weder Regale noch Vitrinen.

Krautkrämer will in seinen Skulpturen die Dreidimensionalität ergründen. Die Stelen, häufig sind es Grabsteine spielt er mit dem Durchfenstensterung und Lichtfall, zunächst an kleinen Gipsmodellen, später dann in Stein.

 „Sieben Wege nach Ehrenfeld" , mit diesem Titel will Krautkrämer, der auch Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Angewandte Kunst Köln (AKK) ist, darauf hinweisen, dass er auch „Weitgereiste" eingeladen hat. Der Maler Kaikaoss stammt aus Kabul und ist über Weißrussland

 nach Köln gekommen. Seine Gemälde sind großes Theater, bevölkert von mystischen Wesen.

 Der Videokünstler Viktor Brim stammt aus Usbekistan, er hat die Bewegungen in einem Hafen fetsgehalten.

Sven Lützenkirchen hat es nicht so weit, der Fotograf lebt und arbeitet in Ehrenfeld . Seine federleichten Aufnahmen zeigen Federn, mehrfach belichtet bilden die Formen wie ein Pfau, ein technisch sehr aufwändiges Prozedere, das viel Präzision verlangt.

 

Sprache der Geometrie

 

Mit dem Maler Gerold Rebholz teilt Krautkrämer „die Sprache der Geometrie". Rebholz geht es einerseits um Flächenproportionen, andererseits um Farbverdichtungen.

 

Sechs künstlerische Poritionen bei „Sieben Wege nach Ehrenfeld" ? „Einer ist abgesprungen", erklärt Organisator Krautkrämer, „die siebte Person ist der Besucher-oder die Musik." Denn der Steinmetz spielt auch Klavier, mit Hilke Helling , Daria Wergiles spielt er an allen Tagen Werke von Mozart, Beethoven, Schubert, Chopin und Szymanovski.