DANIEL SCHUMANN

The End of Winter

 

Auslöser für dieses Fotoprojekt ist ein Autounfall, bei dem mein Foto-

Equipment zerstört wurde. Und obwohl, oder auch gerade weil Zerstörung

eine wesentliche Rolle in diesem Projekt spielt, entsteht genauso, wie durch einen Sturm, der Bäume in einem Wald umreißt, Raum für Entwicklung.

 

Im Verlauf der Umsetzung meiner Porträt-Projekte hat die Fotografie sich

für mich zu einem Mittel und Weg entwickelt, mit dem ich mich mit meinen Fragen an das Leben, mit meiner Umwelt und meinen Erfahrungen auseinandersetze. »Die Koordinaten des Menschlichen« sind seit meinem Zivildienst in einem Hospiz zum zentralen Thema meiner fotografischen Arbeit geworden. Sie sind das verbindende Glied meiner Buchprojekte, in denen ich mich mit Liebe und Familie, mit Leben und Vergäng-lichkeit beschäftige. Diese Auseinandersetzung setze ich in "The End of Winter" fort, tue es aber auf eine neue Weise.

 

Genauso, wie die vorigen Arbeiten ist auch dieses Projekt durch ein autobiographisches Ereignis, ausgelöst worden. In ihm befasse ich mich mit Menschen, Dingen und Themen, die mich tagtäglich umgeben und beschäftigen. Entsprechend dem Kontrollverlust während des Unfalls

gebe ich in "The End of Winter" Kontrolle ab. Ich lasse den Zufall in einem hohen Maße zu und beziehe durch die Kooperation mit Wissenschaftlern verschiedener Disziplinen neue, ungewohnte Perspektiven ein.

 

Es hat für mich etwas befreiendes, das Ziel meiner Arbeit nicht von vornherein festzulegen, sondern offen zu sein, mit jedem Schritt die Richtung ändern zu können. Dieses Projekt ist eine Liebeserklärung an das Medium Fotografie und zugleich eine Neuentdeckung des selben.

 

Meine Fotoprojekte sind bislang in Europa, Amerika, Asien und Australien ausgestellt, mit Preisen und Stipendien ausgezeichnet und als Fotobücher im Kehrer Verlag und Kerber Verlag veröffentlicht worden.